Was ist Kredit-Scoring?
Die Banken locken in der Werbung mit Krediten für 5,5 Prozent Zinsen, Ihnen bietet man aber nur ein Darlehen zu einem Zins von 8,9 Prozent an? Wer das kennt, der hat wahrscheinlich beim sogennanten “Scoring” schlecht abgeschnitten.
Kredit-Scoring wure vor 50 Jahren in den USA entwickelt. Das System wird dort von Gesetzen eng eingegrenzt: bestimmte Personenmerkmale dürfen nicht in die Entscheidung über einen Kredit einfließen. Verweigert eine Bank ein Darlehen, muss sie die Gründe dafür nennen.
In Deutschland ist die Hauptquelle für das Scoring die Schufa, diese bietet bereits seit den 90er Jahren einen entsprechenden Dienst an. Aber auch andere Dienstleister sammeln Daten, so erstellt zum Beispiel die Deutsche Post Adress GmbH Risikobewertungen auf Grundlage der Adresse, dargestellt in einem sogenannten 19-stelligen Hausschlüssel.
Kredit-Scoring ist ein mathematisch-statistische Verfahren, mit diesem Verfahren schätzen Banken die Bonität von Verbrauchern ein. Je mehr “Scores” (Punkte) ein Verbraucher erhält, desto kreditwürdiger ist er, umgekehrt gilt je weniger Punkte er bekommt, als umso unzuverlässiger gilt er. Vor allem bei Krediten/Ratenkäufen entscheiden mehr und mehr Banken mit der preiswerten elektronischen Methode darüber, wer einen Kredit erhält und zu welchen Konditionen. Der Verbraucherschutz kritisiert schon seit langem, dass das Verfahren für die Kunden völlig undurchschaubar ist. Sie erfahren nicht welche Daten in das Scoring eingeflossen sind und auch nicht wie das konkrete Ergebnis der Bonitätsprüfung ausfällt.
Eine vom Bundesverbraucherministerium beauftragte Studie, die Minister Horst Seehofer kürzlich in Berlin vorstellte, übte herbe Kritik. Die aktuelle Praxis des Kredit-Scorings verstößt danach gegen die Interessen der Verbraucher und gegen geltende Rechtsnormen. Beklagt werden außer der mangelnden Transparenz auch Diskriminierungen bei der Kreditvergabe.
In der Einschätzung der Kreditwürdigkeit von Kunden entscheiden beim Scoring nicht nur persönliche Daten wie das Einkommen und die Zahlungsmoral eines Kunden, sondern auch statistische Erfahrungswerte. Wenn Sie z.B. in einer schlechten Wohngegend leben und viele Ihrer Nachbarn ihre Kredite nicht zurückgezahlt haben, kann das also durchaus Einfluß auf die Zinshöhe eines Kredites haben. Sie als Kunde gelten als unzuverlässig, ohne auch nur das Geringste verschuldet zu haben.
Verdächtig erscheint ebenfalls, wer oft umzieht, denn das könnte ja bedeuten, der Betroffene versucht Gläubigern zu entkommen. Auch wer ledig ist, bekommt eventuell schlechtere Konditionen als verheiratete Kunden. Kinderreichtum kann den Zinssatz ebenso in die Höhe treiben wie auch ein gewisses Lebensalter. Gleiches gilt für Risikoberufe wie z.B. Stundman, Taucher oder Taxifahrer, oft reicht schon ein ausländisch klingender Name. Sogar ganze Berufsgruppen gelten statistisch gesehen als weniger kreditwürdig: Dazu zählen die IT- und die Tourismusbranche das Hotel- und Gaststättengewerbe.
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