Für deutsches Schwarzgeld auf Auslandskonten wird es eng. Es werden nicht nur geheime Kontodaten von Insidern den deutschen Finanzämtern zum Kauf angeboten, auch dem vertrauenswürdigen Vermögensverwalter kann man nicht immer trauen.

Eine ältere sehr vermögende Koblenzerin lernte einen jungen und attraktiven Mann kennen. Zusammen verlebten Sie Urlaube in Österreich und Spanien, das Geld, das dies möglich machte und von dem der deutsche Fiskus natürlich nichts wusste, betreute ein persönlicher Kundenberater bei einer großen Schweizer Bank. Hierbei handelte es sich um einen Betrag im zweistelligen Millionenbereich.

Die ältere Dame verstarb im August 2003 und wurde unter Andrem von ihrem damals 38-jährigen Lebensgefährten beerbt. Bei Erbauseinandersetzungen kam es zu einigen Ungereimtheiten, die auch den deutschen Fiskus aufmerksam werden ließ. Die Steuerfahndung des Finanzamts Koblenz wurde Aufgrund eines Hinweises aktiv.

Anfänglich ging es nur darum, die korrekte Höhe des Erbes zu ermitteln, es konnten aber bald auch frühere Schenkungen der Erblasserin nachgewiesen werden. Nach Durchsuchungen in der Schweiz, Deutschland, Spanien und Österreich, stand letztlich fest, dass der Nachlass wesendlich höher war, als bislang dem Finanzamt vorgespielt wurde.
Gleichzeitig gab es aber auch Zweifel an der korrekten Arbeit des Kundenberaters der Schweizer Bank. Die Koblenzer Beamten sowie Spezialisten des Landeskriminalamts recherchierten intensiv und konnten dem Schweizer Kundenberater zahlreiche Buchungsfälschungen und Barabhebungen vom Konto der alten Dame nachweisen. Der Bankmitarbeiter hatte über mehrere Jahre insgesamt ungefähr 4,5 Millionen Schweizer Franken (ca. 2,9 Millionen Euro) an sämtlichen Kontrollen und an seinen Vorgesetzten vorbei in die eigene Tasche gewirtschaftet.

Aufgrund der Ermittlungen der Steuerfahndung konnte ein steuerliches Mehrergebnis von über 6 Millionen Euro festgestellt werden. Die Schweizer Bank hat sich natürlich von diesem Kundenberater getrennt, ein Strafverfahren gegen ihn läuft noch. Ob dies die durch die Steueraffären aufgeschreckten Steuerflüchtlinge beruhigen kann, ist wohl zu bezweifeln.

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