Noch weniger Hartz4 Geld soll zur Arbeit zwingen.

Viele Zeitungen berichteten über die Studie des Prof. Friedrich Thießen, nach dem ein Hartz4 Empfänger mit 132 Euro auskommen soll. Nu legt sein Hamburger Kollege Prof. Thomas Straubhaar noch mal richtig nach.

 

Die Wut der Hartz4 Empfänger wächst stärker denn je, da sich angebliche Sozial-Experten immer irrsinnige Kürzungsfantasien beim ALG II ausdenken. Nach der Forderung von Professor Friedrich Thießen (TU Chemnitz), Hartz Empfängern monatlich nur noch 132 Euro auszuzahlen, schießt nun auch das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut gegen die Arbeitslosen. Die Politik soll den Betroffenen das Geld kürzen, um ihnen bei der Job-Suche Beine zu machen.

 

Wo leben diese so genannten “Fachleute” eigentlich? Sie stellen sich vermutlich vor, dass Hartz-Empfänger es schön finden, keine Arbeit zu haben. Dass man sie bei Wasser und Brot halten sollte, um sie zu zwingen, ein paar Bewerbungen zu schreiben. “Die Höhe der Sozialleistungen bestimmt, ab welchem Lohn ein Menschen bereit ist zu arbeiten”, sagt Prof. Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts.

 

Er meint damit, wer etwa den gewerkschaftlich geforderten Mindestlohn von 7,50 Euro brutto pro Stunde verdient, hat netto nur 2 ,- Euro mehr pro Stunde als ein Hartz-IV-Empfänger. Das sei für Sozial-Schmarotzer nicht genug Anreiz, um den Hintern hoch zu kriegen.

Diese Menschenverachtende Rechnung ist ein Schlag ins Gesicht für die vielen verzweifelten Menschen, die alles für einen Job tun würden.

 

Eine kleine Wohltat ist es, dass Kanzlerin Angela Merkel nun alle Kürzungspläne als “unverantwortlich” ablehnt. Trotzdem bekräftigte der Chemnitzer Professor Friedrich Theißen noch einmal die Ansicht, dass 132 Euro als Mindestentgelt reichen. Das hat sein Team angeblich in einer neuen Studie “bewiesen” (Berliner KURIER berichtete).

 

Professor Friedrich Thießen übertrifft so noch die Frechheit von Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin, eine “Hartz-Diät” von 3,76 Euro am Tag genüge für eine ausgewogene Ernährung. Demnach müsste es Armen reichen, von Delikatessen wie Leitungswasser und Wurstbrötchen zu leben.

 

Einen Kommentar zu so viel Boshaftigkeit und Menschenverachtung spare ich mir hier an dieser Stelle. Denn die folgenden Meinungen der KURIER Leser sagen schon alles dazu.

 

 

 

Das sagen die Leser

Vorschlag ist demütigend

Empörung über die 132-Euro-Studie

Zu: Leitungswasser für Hartz-Empfänger, vom 5.9.

Wo lebt dieser Professor eigentlich? Er selbst wird bestimmt jeden Abend eine gute Flasche Wein trinken für 17 Euro, die einem Hartz-IV-Empfänger zum monatlichen Kleiderkauf reichen sollen.

Rolf Stölzner, per Mail

Menschenverachtend

So einem Professor müsste man seine Professur aberkennen. Hat er die im Lotto gewonnen oder auf der Baumschule? Ich bin kein Hartz-IV-Empfänger, aber was der Mann von sich gibt ist Volksverhetzung und menschenverachtend.

Angela Meiser, per Mail

Das ist eine Beleidigung

Wie oft und von wem müssen sich Hartz-Empfänger noch demütigen und beleidigen lassen? Erst Herr Sarrazin, jetzt dieser Vogel aus Chemnitz. Er trinkt den Wein, den er den Hartz-Empfängern verwehrt.

Brigitte Chartieu, Pankow

Nur drei Monate

Diesen Mann sollte man dazu verdonnern, drei Monate mit je 132 Euro zu leben, ihm für diese Zeit seine Konten sperren, das Auto und anderen Luxus nehmen. Danach würde ich ihn gern kennen lernen.

Rainer K., Marzahn

Mal selber testen

Wie sind diese “Forscher” zu ihrem Ergebnis gekommen? Haben sie es über einen längeren Zeitraum an sich selbst getestet? Wenn nicht, wäre es unbedingt zu empfehlen.

Hannelore Ndeti, Marzahn

Ökonomen-Defizit

Die Studie der TU Chemnitz offenbart die große Schwäche von Ökonomen. Sie können den Begriff “Lebensqualität” nicht erklären und damit einen zentralen Begriff im zwischenmenschlichen Zusammensein!

Rasmus Ph. Helt, Hamburg

Das ist doch Schund

Herr Thießen sollte seinen (vermutlich gewonnenen) Titel abgeben und in die Politik gehen. Da wären er und sein Kollege in bester Gesellschaft. Diese “Experten” und Herr Sarrazin geben mit Sicherheit ein Spitzen-Trio ab. Ich wünsche keinem was Schlechtes, aber diesen Leuten sollte es auch mal schlecht gehen, damit sie begreifen, was für Schund sie reden.

R.Beutner, Köpenick

Werde wütend

Ich werde wütend, wenn ich von Regulierungsversuchen bei den ohnehin schon Ärmsten der Gesellschaft durch Leute höre, die selbst nicht wissen, wohin mit ihrem Reichtum. Bei Hartz IV kann man sparen, indem man Arbeitsplätze schafft und konsequent den Betrug am Sozialstaat bekämpft .

W. Schneider, Marzahn

Ab in die Praxis

Dazu kann ich nur sagen: lasst die Theorie, ein Jahr Praxis für die Herren. Ein Jahr schon allein wegen der Endabrechnungen.

H. Bomball, per Mail

Da fehlt Verstand

Ein Uni-Prof., der Studenten unterrichtet, sollte mehr Verstand haben. Wir sind entrüstet über so viel Dreistigkeit. Wir sind 58 und 56 Jahre alt, haben unser Leben lang gearbeitet, sind für die Arbeit zu alt, sagt man, für die Rente zu jung. Und nun sollen wir uns von Wasser ernähren? Strom und Heizung brauchen wir dann auch nicht mehr, oder?

Fam. Michaelis, Bad Saarow

Eine Zumutung

Ich bin Rentnerin, weiß aber durch meine Enkel, was es heißt, auf Harzt-IV-Niveau zu leben. Was man diesen Menschen zumutet, ist eine Schande. Dieser Professor ist klar auf der falschen Fakultät.

Marlies Otto, Biesdorf

Enttäuscht

Ich bin derart enttäuscht, dass es solche Menschen wie diesen Professor gibt, da fehlen mir einfach die Worte.

K. Thiele, Friedrichshain

 

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Filed under: Hartz 4

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