Wohnbürgschaft ohne Konto
Mieter in Deutschland können ab sofort auf die Mietkaution verzichten und sie sogar wieder auslösen, das geht online unter www.kautionskasse.de

Dieses Angebot kommt von der Deutsche Kautionskasse Starnberg, sie bietet eine Wohnbürgschaft völlig ohne Konto für alle Mieter in Deutschland. Die übliche Kaution von ein bis drei Nettokaltmieten entfällt.

Mieter die das Angebot nutzen wollen, müssen sich nur unter www.kautionskasse.de einer Bonitätsprüfung unterziehen. Nach wenigen Minuten erhält der Mieter die Information, ob er die Wohnbürgschaft bekommt oder nicht.

Die Wohnbürgschaft kostet einmalig fünzig Euro. Danach zahlt der Mieter fünf Prozent der Kautionssumme jährlich, ab dem zweiten Jahr kommen noch monatlich 10 Euro Kontoführungsgebühren dazu. Die Belastungen belaufen sich also z.B. bei einer Netto-Kaltmiete von 800 Euro und einer erforderlichen Kaution von 2400 Euro, auf 11,50 Euro monatlich, wenn der Mieter fünf Jahre in der Wohnung bliebe.

Diese Regelung ist nicht nur bei Umzug nutzbar, auch Altmieter haben die Möglichkeit ihr abgetretenes Kautionsgeld mit der Wohnbürgschaft bei ihrem Vermieter auslösen.

Dieses Angebot ist durchaus seriös und für Mieter finanziell entlastend, dennoch wird es vom Mieterbund und auch vom Vermieterverband kritisiert bzw. sogar abgelehnt.

Die Wohnbürgschaft ist doch völliger Quatsch, meint Pressesprecher Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund e.V. aus Berlin gegenüber www.gomopa.net. Man kann in einem bestehenden Mietverhältnis als Mieter nicht zum Vermieter gehen und die Auszahlung der Mietkaution verlangen. Das geht nicht.

Dem widerspricht Jochen Gutzy, Pressesprecher der Deutschen Kautionskasse Starnberg, energisch: Und ob das geht. Natürlich muss der Mieter vorher zu seinem Vermieter gehen und ihm sagen, dass er einen Sicherheitentausch vorhat und dass dieser Tausch keine Verschlechterung für den Vermieter darstellt, aber den Mieter besser stellt. Der Mieter muss also vorher das OK holen.

Aber auch der Bund der Berliner Haus- und Grundbesitzervereine e.V. geht mit der Wohnbürgschaft hart ins Gericht.

Das Modell ist absurd, ein tot geborenes Kind, urteilt Haus&Grund-Sprecher Dieter Blümmel aus Berlin gegenüber dem Finanznachrichtendienst www.gomopa.net.

Blümmel weiter: Es gibt doch bereits Banken wie die Arealbank oder die Hausbank in München, die sich auf Kautionskontenverwaltungen spezialisiert haben und den Vermietern den ganzen Aufwand abnehmen. Und mit vier Prozent Verzinsung schaffen sie immer die Inflationsrate. Bei der Wohnbürgschaft bleibt der Betrag eingefroren, wächst gar nicht, und die Leute zahlen auch noch eine Grundgebühr und jährliche Kosten.

Kautionskassen-Sprecher Gutzy: Mitbürgschaften sind für den privaten Bereich bei weitem nicht gang und gäbe. Wir haben bei 100 Banken in Deutschland eine Umfrage gemacht. Das Ergebnis: Weniger als 10 Prozent der Banken bieten eine Bankbürgschaft auch wirklich an und zwar nur für bonitätsstarke Kunden. Und wie sieht dann die Praxis für den Mieter aus? Entweder die Bank verlangt, dass er den Betrag für die Bürgschaft auf ein Sperrkonto hinterlegt, oder sein Dispositionsspielraum wird gemindert. Und eine Überziehung kostet dann drastische Zinsen.

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